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Vereinsgeschichte

Inhalt:

1985 - 2016

1936 - 1986

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1985 - 2016

2016

Die Schönauer Siedler feierten 80 Jahre Gemeinschaft und das 30 jährige Bestehen der Gesangsgruppe "Schönauer Buwe".

Hier der Pressebericht der NORD-NACHRICHTEN Sandhofen Schönau Waldof Gartenstadt 14. Jahrgang 8. Ausgabe
Hier der Pressebericht des Mannheimer Morgen vom 19. August 2016

2015

In einer ausßerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitag den, 24. April 2015 wurde die Beendigung der Mitgliedschaft im Landesverband der Gartenfreunde Baden-Württemberg e.V., mit Wirkung zum Jahresende beschlossen.

2014

Johann Danisch wurde zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt.

Schönauer Vereine in der Verwendung von Flüssiggas geschult.

Unser Zwickelfest entstand 1998. Damals gab es alles zum Preis von zwei Mark – ab dem Jahr 2002 für einen Euro. Nach 15 Jahren wird nun Speis und Trank jeweils 1,50 € kosten.

2013

Seit 10 Jahren ist unsere Gemeinschaft mit dieser Seite im Internet präsent.

Zum 18., und aus demographischen Gründen voraussichtlich zum letzten Mal,  veranstaltet unsere Gesangsgruppe die "Schönauer Buwe" auf der Seebühne im Mannheimer Luisenpark ein Konzert zum Volksliedersingen

2012

1. gemeinsames Feiertagskonzert zum Tag der Wiedervereinigung vom "Joyful Voices - Das Rote Mikrofon e.V." und unserer Gesangsgruppe "Schönauer Buwe". Unter dem Motto "grenzenlos einig" wurden unsere "Buwe" als besondere Gäste eingeladen.

Unsere Frauengruppe, eine wichtige Säule unserer Gemeinschaft, feierte ihr 25 jähriges Bestehen.

Seit 10 Jahren und leider auch zum letzten Mal organisierte unser Ehrenvorsitzender Rudi Persch eine Siedlerreise nach Jerzens in Tirol. 49 Teilnehmer erlebten wieder eine schöne Woche in Tirol.
Den Reisebericht und ein paar Impressionen finden Sie unter 'Siedlerreisen'.

Erweiterung unseres Fassadengerüstes

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Da es keine Ersatzteile mehr gab, wurde im Jahr 2002, unter dem Vorsitz von W. Eck, unser Fassadengerüst der Firma Hünnebeck aus dem Jahr 1964 aus Sicherheitsgründen abgeschafft. Es wurde durch ein neues, mit 105 m2 Fläche, des Herstellers Layher ersetzt. Im Jahr 2012 wurde unser Gerüst um ca. 30 m2 erweitert. Somit sind nun auch vergrößerte Siedlungshäuser komplett einrüstbar.

2011

In diesem Jahr wurden 2 Jubilaen gefeiert.
75 Jahre Siedlergemeinschaft Mannheim Schönau e.V., eine Festschrift mit dem Titel: "Vom Kiefernwald zum Stadtteil" wurde ausgegeben.
Mit einem furiosen "BuntenAbend" im Siedlerheim feierte unsere  Gesangsgruppe die "Schönauer Buwe" ihr 25 jährige Bestehen.

2010

Auch im Jahr 2010 wurden alle, von der Siedlergemeinschaft angebotenen Veranstaltungen, wie Fastnacht, Vatertag, Ausflug, Zwickelfest und Weihnachtsfeier erfolgreich durchgeführt und von den Mitgliedern gerne angenommen.

In den letzten Monaten des Jahres wurden die ersten Planungen für das große Jubiläumsjahr 2011 „75 Jahre Siedlergemeinschaft Schönau e.V.“ besprochen und festgelegt.

Bei der Planungswerkstatt, anlässlich der Umgestaltung des Schönauer Marktplatzes, brachte die Siedlergemeinschaft konkrete Vorschläge zur Neugestaltung ein, die mit in das Gesamtkonzept einfließen.

Unsere Hauptanliegen:

  1. Erweiterung der Grünfläche (westlicher Teil) um den Brunnen herum

  2. Regelung der Einfahrtsmöglichkeiten für LKW und PKW

  3. Kennzeichnung des Platzes für den 2 x wöchentlich stattfindenden Markt

  4. Markierung der Parkplätze am Rand und im Innenbereich des Platzes

  5. Freihaltung einer Fläche zur Erstellung eines großen Festzelts

  6. Anordnung von Bäumen, Beleuchtung und Standort für die Pflanzung einer Tanne

Einer Realisierung der neuen Marktplatzanlage sehen wir im Jahr 2011 entgegen, da laut Stadtverwaltung 800.000 Euro im aktuellen Haushaltsplan dafür vorgesehen sind.

Der aktuelle Mitgliederstand: 485 Mitglieder.

2009

Die seit 1992 jährlich stattfindende Siedlerfastnacht ist aus der Fastnachtssaison des Stadtteils nicht mehr wegzudenken und erfreut sich sehr großer Beliebtheit.
Mit dem Zwickelfest wurden in diesem Jahr die Schönauer Kulturtage eröffnet.

2008

Die Schönauer Buwe der Siedlergemeinschaft traten auf dem Mannheimer Maimarkt gemeinsam mit dem bekannten Mundartdichter Paul Tremmel im Gläsernen Studio des SWR 4 Kurpfalzradio auf.

2006

Die Frauengruppe wählte mit Irene Zehrbach eine neue Vorsitzende.

Das Fest: „70 Jahre Siedlergemeinschaft Schönau e.V.“ wurde drei Tage lang in einem großen Zelt auf dem Schönauer Marktplatz gefeiert und war eine der größten Veranstaltungen des Stadtteils überhaupt. Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz startete dieses Fest mit einem traditionellen Fassbieranstich. Die Schönauer Bevölkerung feierte gemeinsam mit den Siedlern. Das große Unterhaltungsprogramm begann am Freitag mit dem Volksmusikstar Gaby-Maria aus Österreich und dem bekannten Bauchredekünstler und Zauberer Andreas Knecht. Es folgte am Samstag der erste musikalische Markttag, eingebunden im Festzelt, mit den Altrheinmusikanten am Vormittag und am Abend setzte sich das Programm fort, mit der bekannten Mannheimer Showband „ Just for Fun “, die das Publikum in Höchststimmung versetzte. Der Sonntag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst beider Kirchengemeinden. Am Nachmittag setzte die Big Band Sandhofen musikalische Akzente und den Abschluß des drei Tage dauernden Festes bildete das bekannte und im Stadtteil beliebte Duo „Shorty and Mike“.

2005

Peter Zehrbach wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt.
Gemeinsam mit seinen Vorstandmitgliedern waren seine ersten Arbeiten die Vorbereitungen zum 70-jährigen Jubiläumsfest im folgenden Jahr.

2003

Seit Mitte des Jahres sind wir hier im Internet präsent.
Seit 2003 organisiert Rudolf Persch jährlich die beliebte Reise nach Tirol. Durch die große Nachfrage wird dieser Urlaub inzwischen zweimal im Jahr durchgeführt.

2002

Unser ca. 40 Jahre altes Fassadengerüst wurde aus Sicherheitsgründen durch eine Neuanschaffung ersetzt.

2001

Unser erster Baumschneidekurs wurde mit großem Interesse unserer Mitglieder am 27. Januar durchgeführt.
Umstellung der Mitgliedsbeiträge von Deutsche Mark auf Euro.
Der bisherige Vorsitzende Rudolf Persch kandidierte nicht mehr. Am 30. März wurde Werner Eck zum 1. Vorsitzenden gewählt. In seiner Amtszeit fanden die jährlichen Veranstaltungen weiter- hin erfolgreich statt.
Die Vorstandsmitglieder Franz Drechsler und Rudolf Persch wurden auf Grund ihrer herausragenden Vorstandsarbeit und Verdienste für die Gemeinschaft zu Ehrenvorsitzenden ernannt.

2000

Gisela Drechsler übergibt aus familiären Gründen den ersten Vorsitz der Frauengruppe an Inge Schilling.
Im Jahr 2000 wurde zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die goldene Ehrennadel an besonders verdiente Mitglieder überreicht.
Durch erfolgreiche Mitgliederwerbung konnten über 20 neue Mitglieder aufgenommen werden. Jedem Mitglied, welches ein neues Mitglied geworben hat, wurde ein Jahresbeitrag erlassen.
Mit dem neuen Siedlervertreter beim Bezirksverband, Herrn Emil Erhard wurde die Zusammenarbeit der vier im Bezirksverband angeschlossenen Mannheimer Siedlervereine aufgenommen.n.
Am 30. September wurden mit unserem Zwickelfest die Schönauer Kulturtage eröffnet.

1999

Siedlerfastnacht mit den Schönauer Buwe und der Show-Fanfare als Guggemusik. In der Bütt Monika Pfeil, Ernst Kraus, Hans Butter, Peter Zehrbach, Waltraud Riedel, Peter Liebenow. Ihre tänzerischen Qualitäten stellten die Siedler im Männerballett und als „Schönauer Mädels“ unter Beweis, während die Damen als Fußfallelf den Ball im Tor versenkten. Trainiert wurden beide Gruppen von Elisabeth Bückermann.
10. Vatertagsfest auf dem Waldfestplatz.
"Schönauer Buwe" singen im Luisenpark vor einem begeistert mitgehenden Publikum.
Gute Laune und Mitgliederwerbung beim "Zwickelfest" alle Speisen und Getränke kosten zwei Mark.

1998

Zum ersten Mal wurde im September das erste Zwickelfest unter großer Anteilnahme der Siedler und der Bevölkerung gefeiert (Zwickel ist die mundartliche Bezeichnung für ein 2 DM Stück).  Dieses inzwischen beliebte Fest im September ist aus dem jährlichen Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken und findet jährlich am 3.Wochenende im September auf der Butteralm statt. Hier stellten wir unseren Mitgliedern das neue Rollgerüst vor.
Teilnahmean der Veranstaltung zum "Tag des Baumes", der Stadt Mannheim am 18. April.
Beim Fest des "Bund der Selbstständigen" stellten wir uns in einem Info Stand über die Schönau vor.
Wie in jedem Jahr seit 1989, trafen sich die befreundeten Siedlervereine aus Zweibrücken, Bischwiller im Elsaß und Mannheim-Schönau. Diese Freundschaft besteht seit heute und ist mit ein Verdienst von Rudolf Persch.

1997

Bei den Neuwahlen in der Jahreshauptversammlung wurde die gesamte Vorstandschaft wieder gewählt.
Die Frauengruppe, unter der bisherigen Leitung von Gisela Drechsler, feierte ihr 10 jähriges Bestehen.
Beim Wettbewerb des Landesverband Siedlung und Garten heute, belegten wir den 2. Platz, ein stolzer Erfolg für unsere Gemeinschaft.

1996

60 jähriges Jubiläum mit Festball im Siedlerheim unter dem Vorsitzenden Rudolf Persch. Als Gäste durften wir auch je 50 Personen unserer Partnervereine aus Zweibrücken und Bischwiller begrüßen. Die Schlagzeile in der Presse lautete: "Europa trifft sich in Schönau". Der erste Vorsitzende berichtete über 60 Jahre Siedlergemeinschaft, die "Schönauer-Buwe" umrahmten das Programm mit ihren beliebten Lieder, und die Tanzkappelle "Deja vu" aus der Schönau spielte zum Tanz auf.
Die Gesangsgruppe "Schönauer Buwe" wurde 10 Jahre alt.

1995

Der Höhepunkt des Jahres war die Einweihung des Schönauer Brunnens mit einem Festakt in Anwesenheit des 1. Bürgermeister der Stadt Mannheim, Norbert Egger, und dem Vorsitzenden der MVV, Roland Hartung.
Mit einem großen Brunnenfest feierten die Siedler mit der Schönauer Bevölkerung in einem Festzelt die Realisierung des Brunnenbaus. Die Mitglieder des „Forum Schönauer Brunnen“ hatten 235.000,- DM an Spenden durch vielfältige Aktionen zusammengetragen, so dass dieser Brunnen voll finanziert werden konnte. Die Geschichte dieser beeindruckenden Bürgerinitiative der Siedlergemeinschaft wurde in der Festschrift: „Aus einer Idee wurde Wirklichkeit - Der Schönauer Brunnen“, dokumentiert.

Im September übernahm der seit 1986 tätige Schriftführer Rudolf Persch das Amt des ersten Vorsitzenden von Franz Drechsler. Nach seinem Amtsantritt wurde der Führungsstiel geändert. Die organisatorischen Arbeiten wurden auf alle Vorstandsmitglieder verteilt. Besonders am Herz lag ihm die Geselligkeit in unserer Gemeinschaft zu erhalten und auszubauen, wobei er mit dem Zwickelfest einen großen Erfolg verbuchen konnte. Wichtig war ihm auch die Erhaltung der Partnerschaften zwischen den Vereinen in Zweibrücken, Bischwiller (Elsaß) und uns.

1994

Am 14.Oktober wurde der erste Spatenstich zum Bau des Schönauer Brunnens durch den Baubürgermeister der Stadt Mannheim, Lothar Quast, und dem Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft, Franz Drechsler, vorgenommen.

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1993

Mit einem ökumenischen Festgottesdienst in der katholischen Kirche Guter Hirte, mit der Teilnahme von 17 Fahnenabordnungen und einer anschließenden Feier im Siedlerheim, wurde unsere neue Fahne (nach einem Entwurf von Karl Schröder) den Mitgliedern und der Schönauer Bevölkerung vorgestellt.

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Erste Siedlerfastnacht.

1992

Der Neubau des neuen Vereinshauses zwischen Bunker und Siedlerheim beschäftigte uns im Jahr 1992 ganzjährig und wurde in Eigenbau hergestellt. Auf Grund der Verdienste in der Gemeinschaft und der Unterstützung bei der Realisierung der Projekte, Vereinsheim und Schönauer Brunnen, wurde das neue Heim, nach dem von 1989-1995 aktiven 2. Vorsitzenden Hans Butter, „Butteralm“ benannt.

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Einweihung der Butteralm

Die Siedlerinitiative Brunnen wurde 1992 offiziell als „Forum Schönauer Brunnen“ in die Siedlergemeinschaft aufgenommen.

Im gleichen Jahr feierten die Siedler, unter der Regie von unserem Siedlerfreund und bekannten Mannheimer Fastnachter Wolfgang Heidenreich, die erste Siedlerfastnacht im Siedlerheim und den ersten närrischen Markttag auf dem Schönauer Marktplatz unter dem Motto: „Alt und Jung im Siedlerschwung“.
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1991

Vatertag auf dem Festplatz an der Bahnunterführung: Einem ökumenischen Gottesdienst der Gemeinden Emmaus, Guter Hirte und Stephanus folgte ein gemeinsames Mittagessen mit Wellfleisch und Sauerkraut und danach viel Spaß für die Kleinen, der von Stadträtin Regina Trösch organisiert wurde.
Beim Gartenwettbewerb kommen 132 Vorgärten in die Endbewertung. Es siegen die Gärten Danziger Baumgang 69 und 69A, Kulmer Straße 22, Gnesener Str. 39 und Ludwig-Neischwander-Weg 10.
Die "Schönauer Buwe" und die Frauentanzgruppe waren beim großen Wasserturmfest -Radio Regenbogen- in Mannheim dabei“.
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1990

Durch Abschlüsse von über 400 Kabelaufträgen erreicht die Siedlergemeinschaft, dass der geplante Anschluss an das öffentliche Kabelnetz um zwei Jahre von 1993 auf 1991 vorverlegt wurde. Eine weitere Erleichterung und Gebührenvergünstigung für die Siedler erreichte der Vorstand durch die Löschung des Reichheimstättenvertrags, die durch Notar Münch vor Ort im Siedlerheim Schönau vorgenommen wurde.
In Eigenbau wurde eine fahrbare Holzverkaufsbude hergestellt.
Die ersten Kontakte mit der Siedlergemeinschaft Zweibrücken wurden geknüpft und in den folgenden Jahren ausgebaut.
Die von unserem Mitglied Walter Brusniak gegründeten „Main-Moldau-Musikanten“ spielten vor ausverkauftem Haus im Siedlerheim, darunter auch den neu komponierten „Schönau-Blues“.

1989

Tod von Justus Scheuer (1909-1989). Verlust einer großen Persönlichkeit.
Entschluss der Siedler zum Bau eines Schönauer Brunnens.
Durch Verhandlungen mit der Pflege Schönau erreichte die Siedlergemeinschaft die Aufhebung der geforderten sofortigen Erbbauzinsanhebung für die Postsiedlung. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten wir, durch kontinuierliche Werbung und Dank unserer Aktivitäten, den Mitgliederstand auf 410 steigern.

1988

Erstmalige Vergabe der Vereinsnadel mit Urkunde an über 200 Mitglieder.

1987

Eine weitere aktive Säule wurde durch die Gründung der Frauengruppe auf Initiative von Gisela Drechsler geschaffen. Folgende Frauen trafen sich mit dem Gedanken eine Gruppen- arbeit für die Frauen im Verein einzurichten: Anita Biedermann, Gisela Drechsler, Isolde Fontagnier, Anneliese Glaser, Inge Hirner, Gerlinde Kiesewetter, Brigitte Korwan, Renate Mehr, Anneliese Messner, Monika Pfeil, Elfriede Samstag, Erika Schröder, Gisela Wiegand und Gisela Wittmann. Zur Vorsitzenden der Frauengruppe wurde Gisela Drechsler gewählt. Die Gemeinschaft hatte eine weitere tragende und wichtige Säule erhalten.
Erster Auftritt der neugegründeten Gesangsgruppe "Schönauer Buwe". Die Gruppe besteht ausschließlich aus Mitgliedern der Siedlergemeinschaft.
1. Weihnachtskonzert im Siedlerheim mit dem Gute-Hirten-Kirchenchor, den Shorty Singers, dem Trio Walter Brusniak, Friedhelm Bießecker und Eberhard Blümmel sowie dem Akkordeon-Orchester Sandhofen unter Leitung von Klaus Jörger.

1986

Dreitägiges Marktplatzfest mit ökumenischem Gottesdienst zum 50jährigen Jubiläum unter der Schirmherrschaft von OB Widder im großen Festzelt

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Mit großem Erfolg feierten die Siedler ihr Jubiläum. An ihrem Jubiläumsabend begrüßten sie neben zahlreichen Schönauer Vereinsvertretern auch die Abgeordneten Dr. Josef Bugl und Dr. Helmut Münch. Eine "Stätte der Kreativität", nannte Stadtrat Rolf Schmidt, der stellvertretend für den Oberbürgermeister der Siedlergemeinschaft anlässlich ihres 50jährigen Jubiläums die Glückwünsche der Stadt Mannheim überbrachte, "war die Schönau, dank der Siedlergemeinschaft vor 50 Jahren und diese Kreativität ist auch heute wieder zu neuem Leben erwacht", sagte der Stadtrat. Bei einem großartigen Unterhaltungsprogramm feierten die Siedler bis in die frühen Morgenstunden. Für die eigentlichen Jubilare, die für 50jährige Mitgliedschaft von dem Vertreter des Landesverbandes, Heinz Schmidt, geehrt wurden, die 40jährigen wurden von dem Bezirksvertreter Ottmar Frey und die 25jährigen von dem 1. Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft Schönau, Franz Drechsler, geehrt, fand das Festwochenende mit einem gemütlichen Nachmittag bei Kaffee und Kuchen am Sonntag seinen Abschluss.

Mit diesem großartigen Fest haben sich die Organisatoren, mit Franz Drechsler, Horst Weiß und Fred Schorr an der Spitze, selbst übertroffen. Die Schönauer Bevölkerung spricht von einem "Fest des Jahrhunderts".
Ausstellung im Siedlerheim nach einem Konzept von Franz Drechsler in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv. Exponate sind Dokumente, Bilder, Zeitungsartikel, alte Werkzeuge, Küchengeräte, Spielsachen und Kleider. Das Prunkstück ein Küchenherd von 1940. Mit Unterstützung des Stadtarchivs, des Schönauer Gemeindesekretariats und der MVG Mannheim war es dem ersten Vorsitzenden der Siedlergemeinschaft Franz Drechsler und seinen Mitarbeitern gelungen, den jungen Schönauern einen Einblick in den Alltag ihrer Großeltern zu geben und bei den alten Siedlern Erinnerungen wachzurufen.
Siedlerabend mit Verleihung der Goldenen Ehrennadel an Justus Scheuer, Maria Achenbach und Georg Berberich.
Mit diesem Jubiläumswochenende im Siedlerheim und der Ausgabe der Festschrift: „50 Jahre Siedlergemeinschaft Schönau e.V.“, wurde ein sehr erfolgreiches Jubiläumsjahr beendet.

Auf Initiative von Franz Drechsler bildete sich die Gesangsgruppe „Schönauer Buwe“, die sich in den Folgejahren zu einer der aktivsten Säulen des Vereins entwickelte.

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Die Buwe der ersten Stunde:
Walter Biereth (Akkordeon), Karl Biedermann, Winfried Buhrke, Franz Drechsler, Heinz Fontagnier, Uwe Mauch, Josef Messner, Rudi Persch, Oskar Reich, Johann Rieß, Emil Schilling und Horst Weiß.

1985

Vereinskrise. Vorsitzender Albert Christ wird abgesetzt, nachdem er keine Hauptversammlungen durchführt und Vereinsgelder veruntreut. Justus Scheuer spricht vom "schwärzesten Tag in der Vereinsgeschichte".
Der Mitgliederstand war auf 180 Mitglieder geschrumpft.
Der 39-jährige Franz Drechsler wurde zum neuen Vorsitzenden gewählt und mit ihm, Fred Schorr zu seinem Stellvertreter. Gerhard Neudeck wurde Schriftführer und Horst Weiß Hauptkassier.
Diese Mannschaft war bereit, die Siedlergemeinschaft zu erneuern, zu verändern und neu aufzubauen.

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1936 - 1986

Ein Auszug aus der Festschrift des 50 jährigen Jubiläums

50. Jahre Vereinsgeschichte. Ein Blick in die Vergangenheit, in das gemeinschaftliche Zusammenleben der Siedler und ihrer Familien, seit der Erstellung der Schönausiedlung im Jahre 1936.

Textfeld:

50 Jahre sind vergangen, eine sehr lange Zeit, wenn man darüber berichten soll. Der Chronist, Justus Scheuer, schrieb vor 10 Jahren (1976): »Und doch ist sie so schnelllebig vorübergegangen.«

Ein halbes Jahrhundert, von der Gründung bis zum heutigen Tage, lässt sich sehr schwer zusammendrängen. Was und wie ist es gewesen, was die Vergangenheit so lebendig machte? Man kann sich noch so anstrengen, dem Ablaufgerecht zu werden, manches wird vergessen sein, was ehedem wichtig war und im Laufe der Zeit von der Entwicklung überholt wurde.

Siedler 1936
Siedler 1936

Musterhaus1936
Musterhaus 1936

Es bleibt nicht aus, über die Treue und den gemeinschaftlichen Geist der Mitglieder zu berichten, die dem Verein die Kraft gaben, um mit Erfolg allen Widerwärtigkeiten zu trotzen. Darüber hinaus das Zusammengehen der Eigenheimer mit den Siedlern, diese einzigartige Geschlossenheit, die notwendig war, um die vielfältigen Aufgaben überhaupt lösen zu können. Das Gründerjahr fallt mit der Fertigstellung  des ersten Bauabschnittes zusammen, und wie konnte es anders sein, diese ersten Siedler waren die Gründungsmitglieder der Siedlergemeinschaft Schönau, Sie haben in dieser Zeit der wirtschaftlichen Notlage, Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit, den ersten Abschnitt erstellt und die Siedlergemeinschaft als Zweckverein gegründet.

Der Anschluss erfolgte an den damaligen »Deutschen Siedlerbund«. Nun glaubten die Siedler die nötige Unterstützung zur Durchsetzung der offenen Übereignungsfrage gefunden zu haben. Außer dieser Hoffnung bewegte sich zum Leidwesen der Siedler in dieser Frage nichts.

Mit dem weiteren Ausbau der Siedlung und der Fertigstellung des II. und III. Abschnittes vermehrte sich die Mitgliederzahl erheblich. Das Siedlungsgebiet musste organisatorisch in drei Abschnitte aufgeteilt werden. Jeder Abschnitt hatte einen Abschnittsleiter und seine Helfer. In jedem Abschnitt wurde eine Futterstelle eingerichtet, die für die wirtschaftliche Betreuung der Siedler da war. Durch Sammelbestellungen von Kleintieren, Pflanzen, Blumen und Samen sowie von Futtermitteln konnten beim Einkauf günstige Preise erzielt werden, die dem Einzelnen zugute kamen. Diese Form der Siedlerbetreuung hat Sich auch in der Schlechtesten Zeit bewährt.

Am meisten bedrückte die Siedler, dass Sie und ihre Familie in diesen Jahren durch Arbeitslosigkeit und Kinderreichtum in das gesellschaftliche Aus gedrängt worden sind und die damalige Lebenshaltung am Rande des Erträglichen war.

Die Siedlergemeinschaft hatte sich zum Ziel gesetzt, die Lebens und Wohnqualität zu verbessern. Diese Aufgabe verlangte besondere Anstrengungen und Durchsetzungsvermögen. Dabei konnte es nicht ausbleiben, dass es in vielen Fällen zu Konfrontationen kam, sie dienten dazu, die Entwicklung des Siedlungsgebietes schneller vorwärts zu treiben. Der Verlauf der Vereingeschichte zeigt, dass in hohem Maße der Sinn und Zweck mit Erreichung des Zieles erfüllt wurde.
Die Siedlergemeinschaft kann mit Stolz auf ihre Vergangenheit zurückblicken. Wenn es auch oft den Anschein hatte, als wären die auf sie zukommenden Aufgaben nicht zu bewältigen, griff keine Verzagtheit oder gar Mutlosigkeit um sich. Die Überzeugung, die Kraft und der Wille für ihre Sache zu streiten, war maßgebend für den Erfolg, der sich im nachhinein einstellte.

Besonders nach 1945, als die Siedlergemeinschaft das Vereinsleben auf demokratischer Basis führen und gestalten konnte, war der Weg zur Selbstverwirklichung frei. Nun konnten Versammlungen durchgeführt werden, in denen der Siedler selbstbewusst und frei seine Meinung sagen konnte, ohne dass er fürchten musste, persönliche oder gar familiäre Nachteile zu bekommen.

Die Siedlergemeinschaft hatte sich eine schwere Aufgabe gestellt. Sie musste, ja sie war gezwungen, sozial engagierte Politik zu betreiben, um einen kommunalpolitischen Resonanzboden zu schaffen, damit sie in breiten Kreisen die Anerkennung für ihre gerechten Forderungen, die Unterstützung und Sympathie für ihre aufgeschlossenen Fragen in bezug auf das Siedlergebiet erhielt.

Man sollte daraus die Lehre ziehen, dass man durch eigenständigen und selbstbewussten Bürgersinn in der Gemeinschaft einen enorm fördernden Einfluss auf die Entwicklung eines Wohngebietes nehmen kann.

Durch verantwortungsbewusstes Handeln in allen Fragen, die das persönliche Leben der Siedler und deren Familien betrafen, konnten die finanziellen Belastungen, die mit der Übernahme der Siedlerstelle auf die Siedler zukamen, zu für ihn tragbaren Verhältnisse geregelt werden.

Heute, nach 50 Jahren, eine Rückschau auf das Vergangene zu halten, ist nicht einfach, weil die Gemeinschaft der Siedler für sich und der nachfolgenden Generation Dinge bewältigt hat, die man heute als selbstverständlich und gegeben betrachtet.

Man kann das Rad der Entwicklung nicht zurück drehen. Man kann nur wünschen, dass das Siedlerbewusstsein nicht ganz verdrängt wird, dass ein kleiner Funken von dem damaligen, lebendigen Siedlergeist zum Wohle und der Erhaltung des Siedlungsgebietes weiter getragen wird. 50 Jahre sind eine lange Zeit. Will man das Erlebte schildern, so wie es sich zugetragen hat, wie die Tagesabläufe waren, wie die Jahre vergingen, muss man immer und immer wieder feststellen, dass man sich sehr anstrengen muss, um der Vergangenheit gerecht zu werden.

Fangen wir mit der Besiedlung der Schönau an. Im Norden der Stadt lag das Siedlungsgebiet. Ein abgeforstetes Brachgelände. Zwischen der Bahn und den Industrieanlagen – ein trostloser Anblick.

Südlich war das Gelände nach den damaligen Begriffen »wild« besiedelt. Weit ab vom Verkehr und unerschlossen. Dort wurde unter der Planung und Bauaufsicht der Gemeinnützigen Baugesellschaft  Mannheim der erste Spatenstich für die Erstellung der Siedlerhäuser vollzogen. Das ging alles ohne Feier ab.

Außer einigen Forstwegen waren keine Straßen vorhanden. Verkehrsverbindungen gab es nicht. Ab Waldhof oder Sandhofen war das Siedlungsgebiet nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Die Siedler kamen aus allen Wohngebieten und Vororten der Stadt. Es war immer eine erhebliche Anstrengung den Arbeitsplatz zu erreichen.

Von Montag bis Freitag wurden täglich 8 Stunden und samstags 5 Stunden gearbeitet. An jedem Arbeitstag gab es ein einfaches Mittagessen, das von der Volksküche Mannheim geliefert wurde. Die Siedler mussten unentgeltlich an den Häusern und Straßen mitarbeiten.

Die Siedlerhäuser entsprachen im Entwurf und in der Fertigung dem Merkblatt vom damaligen Reichsstätteamt für Siedlungswillige (das Haus soll solide, aber einfach und zweckmäßig gebaut werden). Nach diesen Richtlinien wurden die Häuser auf der Schönau erstellt und unterschieden sich in keiner Weise von den Häusern in anderen Siedlungsgebieten.

Während der Anwerbung von Siedlungswilligen durch die Städtische Siedlerbetreuungsstelle (Dr. Falco) wurde nur von Siedlern und Siedlungen gesprochen. Das war auch die Stelle, durch die, die Siedlereigenschaft festgestellt wurde. Keiner der Siedler wusste zu diesem Zeitpunkt, dass es sich um den Bau von Volkswohnungen handelte. Auch während der Bauzeit wurde den Siedlern immer und immer wieder gesagt, dass sie sparsam mit dem Werkzeug und Material umgehen sollen, denn jeder Verlust von Material oder Werkzeug würde zur Verteuerung der Siedlerstelle führen. Dem unterschriebenen Vorvertrag schenkten sie keine Beachtung, denn sie waren nach all dem Gerede fest davon überzeugt, dass nach Fertigstellung der Häuser die Siedlerstelle kurz oder lang übertragen werden. Das umso mehr, da sie nach dem Einzug noch zusätzlich Gelände zugeteilt bekamen, damit die Siedlerstellen die vorgeschriebene Geländegröße hatten. Man ließ die Siedler im Unklaren und machte sich auch keine Mühe, die Übereignungsfrage klarzustellen.

All diese Vorgänge bestärkten die Siedler in der Annahme, dass sie nach dem Einzug die Siedlerstelle bekommen würden. Groß war natürlich die Enttäuschung, als die Siedler nach dem Einzug einen Mietvertrag der Gemeinnützigen Baugesellschaft unterschreiben mussten. In dem hieß es: »Unter Berücksichtigung der am Bau geleisteten Mitarbeit wird die Miete auf einen monatlichen Mietsatz von RM 26, festgesetzt Dazu war noch vermerkt, dass eine spätere Erhöhung des Mietzinses vorbehalten bleibt, wenn sich die öffentlichen Lasten erhöhen sollten.

Der Traum vom eigenen Haus hatte sich bis dahin nicht erfüllt. Alle Versprechungen, die man den Siedlern bei der Anwerbung und während der Bauzeit gemacht hatte, waren vergessen.

Die Siedler waren auf der ganzen Linie enttäuscht, hatten aber den Glauben an das Recht auf eine Siedlerstelle nicht verloren. Man hatte bis dahin überhaupt keine Vorstellung von den gewaltigen Aufgaben, die noch auf die Gemeinschaft zukamen.

Noch war das Siedlungsgebiet nicht erschlossen.

Die Straßen waren nicht ausgebaut. Es gab noch keine öffentliche Einrichtung, keine Verkehrsanbindung, kein Gas-, Wasser- und Kanalanschluss, keinen Arzt, keine Apotheke, keine Telefonzelle und keine Schule.

Die schulpflichtigen Kinder mussten bei jedem Wetter zu Fuß auf den Waldhof zur Schule gehen.

Durch die damalige Aufrüstungspolitik bestand auch keine Aussicht, dass sich die bestehenden Verhältnisse in kurzer Zeit ändern würden, denn für solche notwendigen Aufgaben waren nur geringe Finanzmittel vorhanden.

Die Siedlerfamilien mussten sich mit den gegebenen Verhältnissen abfinden. Man konnte sie nicht ändern. Zu dieser Zeit war man auch nicht so anspruchsvoll. Man musste sich den Umständen nach anpassen, denn man lebte in einer Siedlung. Das Wasser für das tägliche Leben holte man am Brunnen, der im Garten stand. Die Jauchegrube, wenn sie voll war, wurde geleert und die Jauche im Garten verteilt. Im Keller stand der Waschkessel, zum Kochen der Wäsche und zum Erwärmen des Badewassers. Das benötigte Wasser wurde mit Eimern vom Brunnen in den Keller getragen, und das schmutzige Wasser wieder hinauf getragen und in den Garten geschüttet. Das Leben der Siedlerfamilien war abwechslungsreich, einfach und für die Frauen schwer.

Vor dem Kriege wurden die Siedler und ihre Familien nicht beneidet. 80 % der Bewohner der Stadt Mannheim lebten in besseren Wohnverhältnissen, waren besser versorgt und konnten sich das Leben nach Feierabend bequemer einrichten.

Auch die Siedler waren nicht zufrieden, und so entwickelte sich eine eigenwillige Gemeinschaft.

Wie schon angeführt, war die Siedlergemeinschaft im Deutschen Siedlerbund organisiert. Die Kreisgruppe des DSB beschwerte sich, dass eine allgemeine Zusammenarbeit des Stabes und der Siedlergemeinschaft zu wünschen übrig ließ, und dass, es nicht möglich sei, die Gemeinschaft durch einen Gemeinschaftsleiter zu führen. Von Anfang an, waren die Gemeinschaftsleiter kommissarisch durch die Kreisgruppe eingesetzt worden.

Der Druck von oben auf die Siedler war jederzeit spürbar. Die Entwicklungsfähigkeit war begrenzt und durch Vorschriften wie: »Die Siedlergemeinschaften sollen nicht die Rechtsform als eines eingetragenen Vereins besitzen.« Die Kreisgruppe war überall und gegenwärtig besonders der § 2, Ziffer 1 der Satzung forderte: » Die Nutzung des Landes der nicht bäuerlichen Siedlung im Geist des Nationalsozialismus und im Sinne der Verbundenheit von Blut und Boden zu sichern. « Solche Parolen konnten Schönauer Siedler nicht begeistern. Sie hatten noch andere Sorgen, z.B. die jahrelange Arbeitslosigkeit, der Kinderreichtum und die damit verbundene wirtschaftliche Belastung.

Insbesondere waren die Siedler enttäuscht, dass das Versprechen von der Übereignung nicht eingehalten wurde. Da die meisten Siedler ihre Einstellung nicht geändert und sich nicht im Geiste der Parolen des Siedlerbundes verhielten, wurden sie als politisch unzuverlässig betrachtet.

Als 1936 der II. Bauabschnitt begonnen wurde, hatten sich die Zeiten geändert. Die Waffenarsenale des Deutschen Reiches füllten sich. Die Waffenproduktion und der Bau des Westwalles entzog dem Baumarkt die Rohstoffe. Bezugscheine wurden ausgegeben. Das wirkte sich beim Bau des II. und III. Abschnittes aus. Alles für den Westwall und die Aufrüstung. Und so kam es immer und immer wieder vor, dass notwendiges Baumaterial fehlte, oder verspätet angeliefert wurde. Die benötigten Deckenschienen und Eisenkleinteile gab es nur auf Bezugscheine. Nach kurzer Zeit waren auch diese nicht mehr zu haben.

Damit die Siedlerhäuser weiter gebaut werden konnten, mussten sich die Siedler mit der alten Mauertechnik von Gewölben vertraut machen, um überhaupt die Siedlung fertig stellen zu können. Ein Teil der Siedlerhäuser hat dadurch die gewölbten Keller erhalten. Dazu mussten die Häuser der Werksiedler und die der damals bevorzugten PGS gebaut werden. Die Werksiedler stellten einen Ersatzmann oder arbeiteten zum Teil selbst mit. Die PGS wurden nur 6 Wochen zur Mitarbeit verpflichtet.

Im Gegensatz dazu mussten die Siedler von allen 3 Bauabschnitten 1 Jahr lang, insgesamt 2.000 bis 2.600 Stunden mitarbeiten. Als die Siedler eingezogen waren, mussten sie auch noch am Ausbau der Straße mitarbeiten, die Häuser der Werksiedler und die der PGS fertig stellen. Außerdem die Zuchtanlagen und die Stallungen für die Kleintierhaltung und die Zäune für die Abgrenzung der Straße erstellen.

Wenn man bedenkt, dass zu Beginn der Bauarbeiten nur ganz wenige Handwerker unter den Siedlungswilligen waren, und die nicht einmal mit dem Bau verwandte Berufe hatten, muss man sich heute noch wundern, dass es dem damaligen Polier Hess gelungen war, in kurzer Zeit aus den Siedlern tüchtige Bauhandwerker zu machen. Man sollte diesen Mann nicht in der Chronik vergessen, denn er hatte beim Bau der Siedlung viel dazu beigetragen, dass das Bauen fachmännisch und erfolgreich abgeschlossen wurde.

Dann kam der Krieg! Mit seinen unmenschlichen Leiden ging er auch nicht an den Menschen und der Siedlung spurlos vorüber. Viele kehrten nicht nach Hause zurück. Was mit Mühe und Fleiß aufgebaut worden war, war teilweise oder ganz zerstört. Erhebliche Kriegsschäden gab es überall.

Der Deutsche Siedlerbund war aufgelöst worden. Die hiesige Siedlergemeinschaft konnte bestehen bleiben und der rege Geist, der sich auch unter der Gewaltherrschaft des Dritten Reiches nicht unterkriegen ließ, befasste sich sofort mit den anfallenden Aufgaben.

Sollte eine Chronik über den Stadtteil Schönau geschrieben werden, wäre sie nicht vollständig, wenn der Chronist in seiner Darstellung die Siedlergemeinschaft nicht aufführen würde. Sie war die einzige Organisation, die nach dem Einmarsch der Amerikaner funktionsfähig war, nicht aufgelöst oder verboten wurde. Der damalige Gemeinschaftsleiter, Wiegand, wurde als Verantwortlicher für die Siedlung eingesetzt und der Verein übernahm die örtlichen Funktionen als provisorische Verwaltung. Durch diese Umstände waren die Siedler gezwungen, ihre wirtschaftlichen und kommunalpolitischen Forderungen vorzubereiten und selbst zu vertreten.

Den Anschluss an eine neue Dachorganisation musste hergestellt werden, damit die Betreuung der Mitglieder wieder im vollen Umfang getätigt werden konnte. Durch Beschluss der Hauptversammlung trat die Siedlergemeinschaft dem Siedler- und Kleingärtnerverband Baden-Württemberg bei. Eine kolossale Stärkung, denn dieser Verband hatte schon 1946 mit seinen 58.928 Mitgliedern erheblichen Einfluss bei der Landesregierung, und das war wegen der Übereignungsfrage wichtig.

Die Nachkriegsverhältnisse waren in allen Lebensfragen sehr schwierig. Für die Schönauer Gemeinschaft war viel zu tun. Die Geschäfte waren geschlossen, die Inhaber vor dem Einmarsch der Amerikaner geflohen und noch nicht zurückgekehrt. Für die Daheimgebliebenen war die Lage nicht rosig. Unter diesen Umständen waren die Siedler gezwungen, die wirtschaftliche Situation zum Wohle aller zu meistem. Bezeichnend dafür ist eine Begebenheit, die festgehalten werden muss: »Die einzige Bäckerei im Siedlungsgebiet war geschlossen. Der Eigentümer hatte sich abgesetzt und war unbekannt verzogen. Brot war auf der ganzen Schönau nicht zu haben - ein Notstand, der abgestellt werden musste. Da meldete sich ein aus der Gefangenschaft heimgekehrter junger Bäckermeister mit seiner Frau bei der Siedlergemeinschaft und bot sich an, für die Schönauer Bevölkerung Brot zu backen, wenn er die Erlaubnis bekäme, in der geschlossenen Backstube arbeiten zu dürfen. Aufgrund der durch die Amerikaner erteilten Verwaltungsbefugnis für das Siedlungsgebiet bekam der junge Bäcker die Genehmigung erteilt Er hat seine Aufgabe voll erfüllt. Heute sei ihm noch Dank gesagt, denn in dieser schweren Zeit waren gegenseitige Hilfeleistungen und Duldsamkeit gefordert.

Als die Siedler 1945 sich wieder zusammenfanden, um eine neue Vorstandschaft auf demokratischer Basis zu wählen, die sie beauftragte, die Geschicke der Gemeinschaft zu leiten, wussten sie, dass sie ihre Aufgabe nur erfüllen konnte, wenn sie eine geschlossenen, selbstbewusste und im Willen geeinte Gemeinschaft bildeten. Sie wussten aber auch, dass sie für alle Fragen des öffentlichen Lebens einzutreten hatte. Ebenso wussten sie, dass die Nachkriegszeit eine vorübergehende, ein Interimszustand ist. Aus dieser Erkenntnis heraus schufen sie sich die Gemeinschaft, die jahrzehntelang die Kraft und den Einfluss hatte, gegen alle Widerstände zu bestehen und durch ihre Aufgeschlossenheit und Lebendigkeit das Kultur- und Vereinsleben förderte und befruchtete.

Ohne im Abseits zu stehen, war die Siedlergemeinschaft parteipolitisch neutral.

Für die politischen Tagesfragen und der kommunalpolitischen Entwicklung des Siedlungsgebietes interessiert, hatte sie sich einflussreiche politische Freunde geschaffen.

Jahrzehntelang hat sich die Übereignungsfrage wie ein roter Faden durch die Vereinsgeschichte gezogen. Sie hat auch die meiste Zeit der Vereinstätigkeit in Anspruch genommen. Unzählige Sitzungen und Verhandlungen mussten geführt werden. In jeder Siedlerversammlung und in den Kreisausschusssitzungen stand diese Frage im Mittelpunkt der Tagesordnung. In der Tagespresse wurde sie der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Der Druck auf den Herausgeber der Siedlerstellen die BGB Mannheim wurde immer größer, und die Haltung von dieser Seite härter.

Am 29. Oktober 1947 wurde zur Bearbeitung der Siedlerfragen aufgrund Ziffer 23 der Bestimmung über die Förderung der Kleinsiedlungen vom 14.9.1937, in der Fassung vom 8.8.1941, ein Siedlungsprüfungsausschuss gebildet. Die erste Sitzung fand am 3. Oktober 1947 im Rathaus Mannheim statt. Der erste Tagesordnungspunkt war die Übereignung der Siedlerstellen. Den Vorsitz hatte der I. Bürgermeister Trumpfeller. Nun hatte man die Hoffnung, dass die Übereignungsfrage in Bälde gelöst sein müsste. Leider war das nicht der Fall.

Obwohl die Bakola Karlsruhe zustimmte, und somit die Durchführung der Übereignung ohne weiteres möglich machte, wurden von Seiten der BGB weitere Schwierigkeiten gemacht.

Die Verhandlungen wurden härter und auch schwieriger. Bis zum I. Jahr blieb noch viel zu tun. Die Stadt Mannheim als Trägerin des Siedlungswesens hatte ihre Rechte und zugleich auch die Pflichten an die BGB abgegeben. Trotzdem die BGB der Übertragung von Siedlerstellen zugestimmt hatte, musste von dort aus der größte Widerstand erwartet werden. Zur Übereignung einer Siedlerstelle wurde an den Siedler Bedingungen gestellt, die er unbedingt zu erfüllen hatte. Um die Siedler auf die Ernsthaftigkeit der Bedingungen und ihrer Erfüllung hinzuweisen, hat die Siedlergemeinschaft im Juni 1956 ein Merkblatt mit folgenden Punkten an ihre Mitglieder verteilt:

*   Mietrückstände müssen so bald wie möglich ausgeglichen werden. Die an uns gestellte Forderung ist eine mindestens anderthalb bis zwei jährige Mietzahlung.

*   Die Siedlergärten sind in Ordnung zu halten. Die Kleintierhaltung darf auf keiner Siedlerstelle fehlen.

*   Alle Umbauten ohne vorhergehende Genehmigung müssen unterbleiben.

*   Untervermietung an zweifelhafte Personen, die das Ansehen des Siedlers, seiner Familie oder der Siedlung schädigen, sind zu vermeiden.

Dieses Merkblatt musste aufgrund des Verhalten einiger Siedler, die gegen diese Punkte verstoßen hatten, herausgegeben werden. Die Gemeinschaft hatte für alle Belange, die auftauchten, Verständnis und half auch durch Beratung und Aufklärung, damit den Angesprochenen keine Nachteile entstanden.

Wenn man die alten Versammlungsprotokolle durchliest, so tauchen immer wieder die Fragen auf, die mit dem ersten Spatenstich entstanden sind. Denken wir nur daran, dass Überhaupt keine öffentliche Einrichtung vorhanden war. Es konnte nicht ausbleiben, dass die Siedler auf eine Änderung dieses Zustandes drängten. Als Anfang wurde die alte Schönauschule gebaut, deren Turnhalle den Schönauern als Versammlungs- und Veranstaltungsraum diente. Die Forderung nach einer Verkehrsanbindung hat sich mit der Verlegung der Straßenbahn vom Waldhof bis zur Endschleife Schönau erledigt. Bemängelt wurden auch die Postverhältnisse, insbesondere der Paketverkehr und die Rentenauszahlung. Mit Eingaben an die Stadtverwaltung und an das Postamt konnte eine Änderung herbeigeführt werden. Die erweiterte Poststelle war im Siedlerheim untergebracht.

Schoenauschule
Schönauschule

Siedlerheim        Post im Siedlerheim
Siedlerheim

Jedes Jahr wird auf der Schönau ein Kirchweihfest abgehalten.

Mit einem Schreiben vom 23.1.1952 wurde die Siedlergemeinschaft in Kenntnis gesetzt, dass ihr Antrag genehmigt wurde und das Kirchweihfest auf den 2. Sonntag im September festgesetzt wurde.

Auf Antrag der Siedlergemeinschaft wurde am 24.6.1949 die obligatorische Müllabfuhr eingeführt.

Wer denkt heute noch daran, dass es wegen der Einführung des Gas-, Wasser- und Kanalanschlusses in den Versammlungen heftige Diskussionen, insbesondere wegen den Anschlussgebühren, gegeben hat.

Mancher alter Siedler wird sich noch an das Bürgerforum erinnern, das am 21.4.1952 im "Siedlerheim“ stattfand. Dazu ein Zeitungsbericht der Allgemeinen Zeitung Mannheim. »Von Siedlung zu Vorort ?« Bürgerforum in der Schönausiedlung. Die im Norden unserer Stadt gelegene Siedlung strebt seit kurzem mit einem solchen Tempo zu einer Größe, dass ihr der Titel »Vorort Schönau« nicht mehr lange verwehrt werden kann. Diese weitgehenden Änderungen im bisherigen Leben haben den Siedler- und Kleingärtnerverein Schönau veranlasst, die Bevölkerung der Schönausiedlung zu einem Bürgerforum aufzurufen, das für den 21.4.1952 um 20.00 Uhr, im Siedlerheim geplant ist. Die Bevölkerung hat hier Gelegenheit, ihre Wünsche und Forderungen in direkter Aussprache vorzutragen. Oberbürgermeister Dr. Heimerich ist zur Teilnahme eingeladen worden. Weiter werden Bürgermeister Trumpfeller und Vertreter interessierter Amtsstellen ihre Pläne und Ideen für die weitere Entwicklung der Schönausiedlung darlegen. Am Tage der Veranstaltung war der Saal des Siedlerheimes überfüllt. Als der Oberbürgermeister Dr. Heimerich, Bürgermeister Trumpfeller mit den Amtsvertretern und 4 Stadträten den Saal betraten, waren sie überrascht und sehr stark beeindruckt von dem Interesse der Schönauer an den kommunalpolitischen Fragen. Nach dieser Veranstaltung wurde die Schönau ein Vorort der Stadt Mannheim.

Ganz bescheiden ein Verdienst der Siedlergemeinschaft.

Eines konnte man immer wieder feststellen - die Siedler hatten ein gutes Echo in der Mannheimer Presse. Mit den Berichten und Veröffentlichungen über die Gemeinschaftsarbeit wurden die Anliegen der Siedler weit verbreitet und konnten deshalb auch in der Öffentlichkeit nicht übersehen werden. Auch hier noch nachträglichen Dank! Dank für das Eintreten und die Stellungnahmen in den Siedlerfragen. Man schrieb und sprach über unsere Probleme und machte sie dadurch über den weiten Bereich der Siedlung bekannt.

Das Siedlerheim wurde immer mehr zum Bürgerparlament der Schönauer. Was war da für ein Gemeinschaftssinn, eine Aufgeschlossenheit für alle Fragen der Öffentlichkeit, hier wurde nicht nur diskutiert, es wurde auch danach verantwortlich gehandelt.

Die Siedlergemeinschaft war für alle Fragen, die den Siedler und seine Familie betrafen, offen. Ob es sich um die Ermäßigung der Hundesteuer, um eine Erbauseinandersetzung, oder um die Fürsprache bei einem durch Krankheit in Not geratenen Siedler, der seinen Mietverpflichtungen, die sich später auf den Übereignungsvorgang zum Nachteil auswirkten, nicht nachkommen konnte. Ja, sogar bei Schulfragen, bei der eine Siedlerabordnung beim Petitionsausschuss des Landtages, wegen dem damaligen Schulleiter Herr Mühltaler vorstellig wurde, der nach Auffassung der Schönauer ungerecht behandelt wurde, den man versetzen wollte, um die bevorstehende Beförderung zu verhindern. Der auf der Schönau sehr beliebte Lehrer wurde daraufhin befördert und konnte seinen Dienst auf der Schönau weiterhin versehen. Und so könnte man noch unzählige Begebenheiten aufführen, welche unsere Vereinsgeschichte so lebendig und interessant gestaltet haben.

1956 wurden die ersten Siedlerstellen übertragen, und somit haben sich die enormen Anstrengungen gelohnt. An dieser Stelle ist es unsere Pflicht, den Frauen und Männern zu danken, die durch ihren jahrelangen persönlichen Einsatz uns unterstützt haben und zum Erfolg verhalfen. Es waren die Landtagsabgeordneten Frau Lena Maurer und Herr Kurt Angstmann. Der damalige Bürgermeister Jakob Trumpfeller und Walter Krause sowie unser verstorbener Stadtrat Christian Koch. Denken wir auch an die aufopfernde Arbeit unserer Kreisgruppe mit unserem Freund Kaapp und Beck vom Landesverband der Siedler und Kleingärtner. Auch ihnen gebührt Dank.

1952 schlossen sich die Postsiedler unserer Gemeinschaft an. Auch ihre Probleme waren den unseren ähnlich. Gedenken wir unserem Freund Krüger, der in vorbildlicher Weise und in Aufopferung jahrzehntelang die Interessen der Postsiedler innerhalb unserer Gemeinschaft vertreten hat. Es ist auch die Stunde all denen zu danken, die in selbstloser Weise während der vergangenen Zeit sich um die Interessen aller annahmen. Ihnen gebührt auch heute noch Dank und Anerkennung. Wir wollen auch nicht vergessen, dass es im Auf und Ab der vergangenen Jahre frohe und heitere Tage für die Siedler gab. Insbesondere, wenn jedes Spätjahr das Siedlerfest mit anschließender Preisverleihung stattfand. In den letzten Jahren wurde besonders für die Älteren unter den Siedlern eine Weihnachtsfeier durchgeführt.

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Häuser der Postsiedlung im heutigen Tarnowitzer Weg

Das waren einige Stunden der Freude und der Besinnung im Kreise der großen Siedlerfamilie. Jedoch von der Vergangenheit lässt sich nicht leben. Sie soll Erinnerung sein, dem Ansporn dienen, denn die Aufgaben der Siedlergemeinschaft sind nicht geringer geworden. Wenn sich die wirtschaftlichen Verhältnisse und Lebensgewohnheiten geändert haben, wenn der Siedler auch keinen Kohl mehr anzubauen braucht, so bleibt doch immer noch zu tun, denn eine Siedlerstelle ist kein Ruhesitz und die Siedlergemeinschaft muss der lebhafte Ausdruck von dem Willen der Siedler sein, ihren Besitz zu wahren und zu erhalten.

Dabei ein stilles Gedenken derer, die nicht mehr unter uns sind, die einstmals mit gehofft und mitgestritten haben, um die Belange der Siedler selbstbewusst und würdig zu vertreten.

Die Jugend möge nie vergessen, dass die Siedlerstelle, das Elternhaus, eine Heimat ist, die nur durch unermüdliche Arbeit und Mühe von Vater und Mutter schwer erworben wurde. Sie muss sich mit dem Siedlergedanken vertraut machen und ihn weiter fördern. Nur das Festhalten an den Siedlergedanken fördert die Gemeinschaft und dient dem Einzelnen.

Schönau, im Mai 1986
Justus Scheuer
Ehrenvorsitzender

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