Schönau: Siedlergemeinschaft bietet abwechslungsreiches Programm mit Bütten und Tanzeinlagen

Bei den Siedlern schwanken die Planken

Von unserem Mitarbeiter Jan-Hendric Bahls

Eigentlich kann bei der Fasnacht der Schönauer Siedler nichts schief gehen. Sobald die Schönauer Buwe die Bühne betreten, springt das Stimmungsbarometer nach oben. Auch in diesem Jahr lieferte das Sängerensemble unter der Leitung von Franz Drechsler eine tolle Darbietung zum Auftakt der Sitzung im Siedlerheim.

"Do schwonke die Plonke" hieß es stimmgewaltig, und auch an den Tischen geriet so einiges ins Vibrieren. Für Peter Zehrbach war das eine ausreichende Vorlage, um als Eisbrecher in der Bütt' der Tradition genüge zu tun. Seit zehn Jahren übernimmt der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft die Verantwortung zur Witzigkeit am Beginn der Veranstaltung. "Ich sammle meine Einfälle dafür das ganze Jahr über", berichtete Zehrbach. Aufgeregt sei er aber jedes Mal wieder aufs Neue.

Bestens kam beim Publikum ebenso der Vortrag von Siedler-Ehrenvorstand Rudi Persch an. Der 78-jährige ehemalige Vereinsvorsitzende hatte sich als Leihopa an die Rampe gewagt und berichtete im munteren Dialekt über seine Versuche, sich als Maler, Taxifahrer oder Babysitter etwas dazuzuverdienen.

Das alles passte bestens zum Motto der Siedlerfasnacht. "Ist auch der Euro ruiniert, wir Siedler feiern ungeniert", hatte Schriftführer Heinz Schrick das Thema des Abends präsentiert, ohne Kompromisse lustig sein zu wollen. Diesem Credo wollte sich gleichfalls Karin Hinz nicht verschließen. Die Vorsitzende des Schönauer Sozialverbands schlüpfte gewohnt temperamentvoll in die Rolle der Andrea Berg, um sich später in der Bütte pointiert nach einem Partner fürs Leben umzuschauen. Premiere für Jens Knecht.

Das erste Mal im Siedlerheim präsent, meisterte Jens Knecht als Schulabgänger seine Premiere souverän und teilte mit dem Publikum sowohl einen humoristischen Rückblick auf Kindheit und Schulzeit als auch den erwartungsfrohen Ausblick auf weitere Schwänke, die das Leben wohl zu bieten habe. Für den Stichler-Aktiven ist es die erste Kampagne überhaupt. Gut, dass Papa Andreas hinter der Bühne die Daumen drückte. Zusammen mit Bauchrednerpuppe Rabe Gregor gab es später einen familiären Nachschlag, bei dem die Zuhörer bestens unterhalten wurden.

 Rustikale Geschichten aus der Pfalz bot wieder Norbert Pfeil als Schorsch aus Schlickefischbach. Zum ersten Mal habe er im Zuge des 70-jährigen Siedlerjubiläums in der Bütte gestanden. Die Figur des Eigenbrötlers aus Schlickefischbach sei im Jahr darauf geboren worden. "Den Ort gibt es eigentlich gar nicht", wusste das Siedlervorstandsmitglied zu berichten. Die Erfindung gehe auf den Mundartdichter Paul Tremmel zurück. Um den Witz flüssig über die Lippen zu bekommen, gab es natürlich die entsprechende Weinschorle von Sitzungsleiter Heinz Schrick serviert. "Die musst du dir aber erst mal verdienen", witzelte der. Dabei schickte der Schriftführer sofort hinterher: "Der Norbert ist unser bester Mann." Mit seinem Talent für Dekorationsarbeiten und seiner Hilfsbereitschaft sei er der eigentliche Motor der Siedler.

Weitere Höhepunkte des abwechslungsreichen Abends waren der Auftritt des Männnerballetts unter Leitung von Lis Bückermann. Die Gelenkigkeit der Tänzer brauchte sich nicht zu verstecken vor den Profis der Kurpfalzgarde der Fröhlich Pfalz oder der Dynamik der Offiziere von Grün-Weiss Schönau.

Musikalisch bestens aufgestellt waren die Paukenspieler und Trompeter von Fun & Music (Leitung: Manuel Garofano). Für Schunkelrunden in den Programmpausen sorgte dagegen Thomas Wörner. Ihren Segen bekam die Siedlerfasnacht durch einen Besuch des Stadtprinzenpaars Marco I. und Eva-Maria I., während sich die Schönauer Lieblichkeit Prinzessin Sabrina II. über eine ganz besondere Aufmerksamkeit der Gastgeber freuen durfte. "Da unsere Lieblichkeit schwanger ist, bekommt sie von uns statt Sekt eine Babyerstausstattung", betonte Heinz Schrick. Ebenfalls vor Ort war die CCW-Prinzessin Miranda I.

Mannheimer Morgen 15. Februar 2012